Silvesterspaziergang

André Zimmermann geht mit dem Klingelschröder ein letztes Mal durch Malchow im Jahr 2025

Klingelschröders Kommentar

Der Klingelschröder hat am Wochenende das neue Malchower Tageblatt gelesen. Nicht hastig, sondern gründlich. Mit Kaffee. Ohne Eile. Man will ja verstehen, was alles geschafft, geplant, angekündigt und eingeordnet wurde.

Besonders hängen geblieben ist ihm die Rede des Bürgermeisters zum Neujahrsgespräch. Viel Rückblick, viel Ausblick, viel Einordnung der Weltlage. Hoffnung, Verantwortung, Planung. Der Klingelschröder nickt an den bekannten Stellen. Manches hat er schon gehört. Anderes wird er vermutlich noch öfter hören. Die Stadt entwickelt sich, die Planung auch. Nicht immer im Gleichschritt, aber zuverlässig.

Zwischen den großen Worten fällt ein kleiner, leiser Glückwunsch auf. Gunthar Teichmann wurde 70. 
Ehemaliger Chef der Stadtwerke, inzwischen im Ruhestand. Ein Mann mit diplomatischer Ruhe. Wenn er etwas sagte, hatte es Gewicht. Und wenn er schwieg, meist noch mehr. Seit dem Ruhestand: Ruhe. Auch das ist eine Leistung. Alles Gute nachträglich.

Weniger ruhig wird es politisch bei der SPD/Linke-Liste in der Stadtvertretung. Horst Siggelow hat sich in den Ruhestand verabschiedet, Kretschmer zieht nach. Ein bekanntes Gesicht, ein altes SPD-Urgestein. Erfahrung kommt zurück an den Tisch. Der Klingelschröder merkt an, dass es manchmal auch nicht schadet, Jüngeren eine Chance zu geben.

Sportlich wurde es am Wochenende in der Halle. Der MSV lud zum Hallenfußballturnier, dem "Lothar-Goldstein-Gedenkturnier". Alte Herren unter sich. Das passt. Ein Frauenfußballturnier wäre in diesem Zusammenhang wohl eher unpassend gewesen.

Draußen, auf den Seen, ist derweil wieder ordentlich Betrieb. Menschen, Schlittschuhe, Spaziergänge. Manche sogar mit Quad oder Motorrad. Der Klingelschröder staunt. Nur zwei Jahre nach Einführung dieser nervigen Halterung der Plastikdeckel an den Getränkeflaschen hat sich die Natur offenbar erstaunlich schnell erholt. Die Seen tragen wieder. Der Zusammenhang ist wissenschaftlich nicht belegt, aber auffällig genug, um ihn nicht unerwähnt zu lassen.

Der Januar ist damit auch schon wieder vorbei. Ein Monat zwischen Vorsätzen, Eis und Tagesordnungspunkten. Nun bleibt abzuwarten, was der Februar bringt.

Erfreulich vermerkt der Klingelschröder noch die vielen positiven Rückmeldungen zu seinem Silvesterspaziergang. Offenbar wurde er gelesen. Sogar aufmerksam.

Einige der Angesprochenen wechseln aber die Straßenseite, wenn er durch die Stadt geht. Auch das ist eine Form von Resonanz. Und vor allem: mehr Platz für ihn.

Der Klingelschröder geht weiter.
Er liest weiter.
Und Malchow bleibt aufmerksam.

Der erste Monat 2026 ist um

Gedanken zum Jahresstart

Klingelschröders Kommentar

Der Klingelschröder hat am Wochenende das neue Malchower Tageblatt gelesen. Nicht hastig, sondern gründlich. Mit Kaffee. Ohne Eile. Man will ja verstehen, was alles geschafft, geplant, angekündigt und eingeordnet wurde.

Besonders hängen geblieben ist ihm die Rede des Bürgermeisters zum Neujahrsgespräch. Viel Rückblick, viel Ausblick, viel Einordnung der Weltlage. Hoffnung, Verantwortung, Planung. Der Klingelschröder nickt an den bekannten Stellen. Manches hat er schon gehört. Anderes wird er vermutlich noch öfter hören. Die Stadt entwickelt sich, die Planung auch. Nicht immer im Gleichschritt, aber zuverlässig.

Zwischen den großen Worten fällt ein kleiner, leiser Glückwunsch auf. Gunthar Teichmann wurde 70. 
Ehemaliger Chef der Stadtwerke, inzwischen im Ruhestand. Ein Mann mit diplomatischer Ruhe. Wenn er etwas sagte, hatte es Gewicht. Und wenn er schwieg, meist noch mehr. Seit dem Ruhestand: Ruhe. Auch das ist eine Leistung. Alles Gute nachträglich.

Weniger ruhig wird es politisch bei der SPD/Linke-Liste in der Stadtvertretung. Horst Siggelow hat sich in den Ruhestand verabschiedet, Kretschmer zieht nach. Ein bekanntes Gesicht, ein altes SPD-Urgestein. Erfahrung kommt zurück an den Tisch. Der Klingelschröder merkt an, dass es manchmal auch nicht schadet, Jüngeren eine Chance zu geben.

Sportlich wurde es am Wochenende in der Halle. Der MSV lud zum Hallenfußballturnier, dem "Lothar-Goldstein-Gedenkturnier". Alte Herren unter sich. Das passt. Ein Frauenfußballturnier wäre in diesem Zusammenhang wohl eher unpassend gewesen.

Draußen, auf den Seen, ist derweil wieder ordentlich Betrieb. Menschen, Schlittschuhe, Spaziergänge. Manche sogar mit Quad oder Motorrad. Der Klingelschröder staunt. Nur zwei Jahre nach Einführung dieser nervigen Halterung der Plastikdeckel an den Getränkeflaschen hat sich die Natur offenbar erstaunlich schnell erholt. Die Seen tragen wieder. Der Zusammenhang ist wissenschaftlich nicht belegt, aber auffällig genug, um ihn nicht unerwähnt zu lassen.

Der Januar ist damit auch schon wieder vorbei. Ein Monat zwischen Vorsätzen, Eis und Tagesordnungspunkten. Nun bleibt abzuwarten, was der Februar bringt.

Erfreulich vermerkt der Klingelschröder noch die vielen positiven Rückmeldungen zu seinem Silvesterspaziergang. Offenbar wurde er gelesen. Sogar aufmerksam.

Einige der Angesprochenen wechseln aber die Straßenseite, wenn er durch die Stadt geht. Auch das ist eine Form von Resonanz. Und vor allem: mehr Platz für ihn.

Der Klingelschröder geht weiter.
Er liest weiter.
Und Malchow bleibt aufmerksam.

Das war der kürzeste Monat 2016

27.02.2026

_Klingelschröders Besuchsbericht aus der Stadtvertretung_

Der Klingelschröder war gestern Abend bei der Sitzung der Stadtvertretung. Er kam pünktlich, setzte sich hinten links und hörte zu.

Zunächst ein ehrlicher Glückwunsch: Birgit Hannemann von der CDU ist neue stellvertretende Präsidentin der Stadtvertretung. Sie folgt auf den verstorbenen Hans-Peter Weiß von der FDP. Sein Mandat übernimmt künftig Detlef Kahl. So schließt sich formal, was menschlich nicht zu ersetzen ist.

Dann kam der Haushalt 2026. Beschlossen. Ordnungsgemäß. Zahlen stehen jetzt auf Papier, was sie bekanntlich nicht kleiner macht.

Doch eigentlich ging es – unausgesprochen, aber deutlich spürbar – um den Kultur- und Sportring.

Der KSR erhält künftig 660.000 Euro jährlich für den allgemeinen Geschäftsbetrieb. Fest. Planbar. Verlässlich. Zusätzlich übernimmt die Stadt nun auch Nebenkosten für städtische Gebäude, die der Verein nutzt. Das kommt obendrauf. Mehr Kontrolle sei vereinbart worden, hieß es. Mehr Prüfmechanismen. Mehr Transparenz für die Zukunft.

Für die Vergangenheit bleibt es bei der Erkenntnis, dass 250.000 Euro Vorschuss der Stadtwerke für die Kältemaschine zwischenzeitlich nicht mehr auffindbar waren. Die Rate wurde schließlich auch durch einen zusätzlichen Zuschuss von 131.000 Euro beglichen. Diesen Zuschuss hat der Bürgermeister kraft seiner Wassersuppe genehmigt, da er nach eigener Auffassung keinen Gegenwind aus dem Hauptausschuss wahrgenommen hat . Man prüft nun auch durch Rathaus Mitarbeiter, was im KSR schief lief - Prüfungsergebnisse sollen im Juni folgen. Eine externe Prüfung, so wie von den Grünen beantragt, wurde von allen anderen abgelehnt. Vertrauen sei ausreichend geregelt. Der Verein hat ja auch einen Vorstand. Dessen Vorsitzender Henry Bartels fehlte aber gestern unter den Zuschauern, eine Eigenschaft, die seine Kontrollfunktion laut den Meinungen mehrerer Beteiligter generell gut beschreibt.

Der Klingelschröder notiert: Mehr Geld, mehr Aufgaben, grenzenloses Vertrauen. Konsequenzen – unnötig.

Der KSR betreibt inzwischen fast mehr als die PGH vor 1990.

Stadtbibliothek
Eishalle
Kino
Orgelmuseum in der Klosterkirche
Kunstmuseum im Kloster
Klostercafé
Museum „Kiek in un wunner di“
DDR-Museum
Stadtwindmühle
Werleburg
Touristeninformation Stadtmarketing
Bistro am Strandbad

Ein Verein, der nach eigener Aussage sämtliche Einrichtungen defizitär führt, so hat es der Geschäftsführer am 5. Dezember des vergangenen Jahres selbst im Finanzausschuss mitgeteilt. Selbst eine Pommesbude führt man nicht gewinnbringend.

 

Der Klingelschröder fragt sich leise, was als Nächstes kommt. Vielleicht übernimmt der KSR irgendwann auch noch den Stadtfriedhof. Schlimmer und unwürdiger als die jetzige Trauerhalle könnte es kaum werden – und organisatorisch wäre es zumindest konsequent.


Währenddessen orientieren sich Mitarbeiter offenbar neu, Kündigungen stehen im Raum. Auch das gehört zur Wahrheit, die nicht in der Zuwendungsvereinbarung steht.

Mehr Kontrolle für morgen, keine Aufarbeitung von gestern. Mehr Aufgaben trotz Dauerdefizit. Mehr Zuschuss, weniger Diskussion.

Der Klingelschröder ging nach Hause. 
Er hat gelernt: In Malchow wird nicht entschieden, es wird verwaltet.
Und wenn etwas nicht aufgearbeitet wird, nennt man es Erfahrung.

Abwarten.

Der Klosterspaziergang 

Der Klingelschröder ist wieder unterwegs.

Pünktlich zu Ostern zieht es ihn durch Malchow – vorbei an Kloster, Rathaus und den kleinen und großen Wahrheiten dieser Stadt.

Dabei kommt ihm ein alter Klassiker in den Sinn.

Der „Osterspaziergang“.

Nur eben nicht ganz so, wie man ihn kennt.

Was folgt, ist ein „Klosterspaziergang“ – frei nach Goethe, neu gedichtet vom Klingelschröder.

Ein Blick auf Malchow, wie er ihn sieht: aufmerksam, kritisch und mit einem Augenzwinkern.

Hinweis:

Bei diesem Beitrag handelt es sich um Satire.

Ähnlichkeiten mit realen Personen und Ereignissen sind dabei – wie in Malchow üblich – nicht immer ganz zufällig.

Frohe Ostern. 🐣

Der Klosterspaziergang

(frei nach Goethe, neu nach Malchow)

Vom Eise befreit sind Lenz und Recken,
durch des Frühlings holden, belebenden Blick,
die Seen beginnen sich wieder zu strecken,
und Malchow erwacht – Stück für Stück.

Am Kloster weht schon milder Wind,
die Bürger zieht es hinaus ans Licht,
man spürt, dass neue Tage sind.
Nur manches ändert sich hier nicht.

In der Stadtvertretung, still und bedacht,
zieht sich das alte Personal zurück,
doch was nachkommt, wird kaum entfacht. 
Kein frischer Sturm, kein neuer Blick.

Die Jungen bleiben fern vom Saal,
der Nachwuchs hält sich auffallend rar,
das sorgt im Ort für leisen Zweifel:
Wer führt das hier in ein paar Jahr’?

Und während man dort leise sinniert,
merkt man, dass sich kaum etwas regt,
wie Zukunft wohl gestaltet wird,
weil niemand laut die Fragen trägt.

Herr Putzar blickt, wie stets, voraus,
mit ruhiger Hand und festem Plan,
doch wird selbst er zum alten Haus
Wann fängt dann endlich wer neues an?

Derweil erklingt aus ferner Sicht
ein neues Lied aus Wirtschaftskraft:
Die Lachsfarm wirbt – man glaubt es nicht,
mit großer Zukunft, groß gedacht.

Das große Schlachten steht wohl an,
Malchow als Hotspot, europaweit,
doch ob man Seelachs züchten kann
das zeigt im besten Fall die Zeit.

Bleibt eine Frage, still gestellt,
zwischen Prospekt und Förderplan,
während kaum noch eine Straße hält,
wann fängt hier endlich das bauen an.

Denn Schlagloch folgt hier Schlagloch dicht,
gebaut wird wenig, geplant oft viel,
man spricht vom Fortschritt im Bericht,
doch draußen sieht kaum wer ein Ziel.

So freuen wir uns auf´s Touri Getümmel,
genervt jauchzen wieder groß und klein,
Für viele Stress für Gastronomen Himmel,
aber in Malchow bin ich Mensch und hier will ich sein!

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