Artikel-Archiv des Malchower Schaukastens
Im Malchower Schaukasten findest du aktuelle Nachrichten, Veranstaltungstipps und wichtige Informationen aus unserer Stadt.
Unser Prinzip:
Alle Inhalte erscheinen zuerst exklusiv und kostenlos in unserem WhatsApp-Kanal.
Dort bist du immer zeitnah und direkt informiert, sobald es Neuigkeiten gibt.
Im Anschluss stellen wir die Beiträge hier in unserem Online-Archiv zur Verfügung – damit du auch später noch alles nachlesen kannst.
👉 Wer also immer zuerst Bescheid wissen möchte, kann hier kostenlos beitreten:
Jetzt WhatsApp-Kanal abonnieren
Neuer Schülerrat an der Fleesenseeschule Malchow
22.09.2025
Malchow (az) An der Fleesenseeschule Malchow wurde in dieser Woche der neue Vorstand des Schülerrats für das Schuljahr 2025/2026 von allen Schüler:innen gewählt.
Die fünf Mitglieder heißen E. Funke, W. Weber, T. Mertel, E. Dau und S. Pyritz.
Wir gratulieren herzlich zur Wahl und wünschen viel Erfolg!
Doch was macht der Schülerrat eigentlich?
Viele denken dabei vielleicht nur an Klassensprechertreffen. Dabei steckt viel mehr dahinter. Der Schülerrat ist das wichtigste Gremium der Schülerschaft und vertritt die Interessen aller Schülerinnen und Schüler. Er organisiert Projekttage und ist an vielen Veranstaltungen im Schulalltag beteiligt, er ist Ansprechpartner bei Konflikten und vermittelt zwischen Lehrkräften und Mitschülern. Vor allem aber hat er eine feste Stimme in der Schulkonferenz, dem höchsten Gremium der Schule. Dort bringt der Rat Vorschläge ein, wie zuletzt für die Einführung des Handyverbots, oder stimmt über die Schulordnung mit ab. Schüler- und auch Elternrat könnten sogar an den Fachkonferenzen der Lehrer teilnehmen und sich dort aktiv in die Unterrichtsgestaltung einbringen.
Frau Cordes als Schulleiterin fasst es so zusammen:
„Wir wollen, dass sich alle an unserer Schule wohlfühlen und mitgestalten können. Aus diesem Grund wird der Vorstand des Schülerrats auch durch alle Schüler:innen gewählt. So hat dieser dann ein breites Mandat und kann sich miteinbringen – nicht nur bei Feiern und Projekttagen, sondern auch bei wichtigen Entscheidungen.“
Genau darin liegt die besondere Bedeutung:
Hier lernen Schülerinnen und Schüler, Verantwortung zu übernehmen, ihre Meinung zu vertreten und demokratisch mitzubestimmen.
Den Vorsitzenden des Schülerrats, also den Schülersprecher, wählt der Vorstand aus seiner Mitte bei der ersten Sitzung.
Die Fleesenseeschule mit ihren über 600 Schülerinnen und Schülern ist ein lebendiger Ort, an dem es stets etwas zu tun gibt und eine besondere Energie in der Luft liegt. Ihr guter Ruf und die im Vergleich zu anderen Schulen der Region geringeren Probleme bei der Unterrichtsversorgung sind nicht allein das Verdienst der Schulleitung sowie des engagierten Kollegiums von Lehrkräften und Mitarbeitenden – sie spiegeln ebenso den Einsatz und die Mitgestaltung einer aktiven Schülerschaft wider.
Tourismus in Malchow: Zwischen Wachstum und Belastungsgrenze
21.09.2025
Malchow (az)
Unsere Stadt gilt längst als eine der beliebtesten Urlaubsdestinationen der Mecklenburgischen Seenplatte. Die Mischung aus maritimem Flair, Altstadt, Drehbrücke, Wasser und Natur hat die Inselstadt zu einem Magneten für Erholungssuchende gemacht – und das nicht nur während der Hochsaison.
Doch mit wachsender Beliebtheit steigt auch der Druck auf Infrastruktur, Wohnraum und Verkehrsflächen.
Die Saison 2025 zeigt:
Malchow bleibt stark, auch wenn die Region leicht bremst.
Nach Auswertung des Tourismusverbandes Mecklenburgische Seenplatte verzeichnete Malchow – _inklusive der Ortsteile Alt Schwerin und Zislow_ – bis Ende August rund *362.000 Übernachtungen*. Ein beeindruckender Wert, auch wenn er etwas unter dem Vorjahresniveau liegt.
Zum Vergleich: In Göhren-Lebbin wurden im selben Zeitraum rund 16.000 Übernachtungen weniger gezählt als 2024, was vor allem an der temporären Schließung des Robinson Clubs durch Umbaumaßnahmen lag.
Im gesamten Landkreis Mecklenburgische Seenplatte summierten sich die Übernachtungen auf immerhin 7,2 Millionen – ein leichter Rückgang gegenüber den Rekordjahren 2022 und 2023.
Christin Drühl, zuständig für Kommunikation beim Tourismusverband, beschreibt die Situation so:
„_Das wechselhafte Wetter, die wirtschaftliche Situation und die Kurzfristigkeit bei Buchungen machen es für Gastgeber herausfordernder.“ Gleichzeitig sieht sie eine stabile Nachfrage: „Wir beobachten ein großes Interesse an hochwertigen, naturnahen und flexiblen Urlaubsformen – etwa Bootsurlaub, Radfahren oder kurze Auszeiten._“
Vor diesem Hintergrund sind in Malchow mehrere touristische Großprojekte angekündigt – vom Kurhotel im Kurpark über ein Boutique-Hotel auf der Insel bis hin zu einer Ferienhausanlage auf dem Klostergelände/Alte Ziegelei sowie das Projekt „Alte Weberei“ am Seeufer.
Stand heute: Keines dieser Projekte befindet sich in konkreter Umsetzung. Teilweise laufen Planungen und Genehmigungsverfahren, zum Teil stehen wirtschaftliche oder konzeptionelle Fragen offen.
Trotzdem stellt sich die Frage: Verträgt die Stadt dieses Wachstum überhaupt oder gerät die Infrastruktur unter Druck?
Schon jetzt sind die Grenzen sichtbar. Die Verkehrssituation rund um die Drehbrücke ist an stark frequentierten Tagen angespannt. Parkplätze und Gastronomie-Kapazitäten stoßen im Sommer oft an ihre Belastungsgrenzen. Der Bedarf an Fachkräften wächst, doch es fehlt an bezahlbarem Wohnraum für Beschäftigte, die häufig nicht aus Malchow kommen.
Hinzu kommt: Tagestourismus bringt zwar Frequenz, aber nicht zwingend direkte Wertschöpfung – und belastet die öffentliche Infrastruktur oft stärker als der Übernachtungstourismus.
Im Dialog mit Städten, Gemeinden und Leistungsträgern setzt der Tourismusverband deshalb zunehmend auf nachhaltige und ganzjährige Angebote.
_Christin Drühl betont: „Der Trend geht klar in Richtung Workation, Aktivurlaub, Naturerleben – gern auch außerhalb der Hauptsaison.“ Dazu nennt sie konkrete Beispiele: „Wir bewerben gezielt Themen wie Kranichbeobachtung, Pilzwanderungen oder Hausbooturlaub im Herbst. Die Gäste kommen – aber sie entscheiden kurzfristiger und geben bewusster aus.“_
Am Ende bleibt die Erkenntnis:
Malchow ist und bleibt die Perle der Mecklenburgischen Seenplatte – doch jede Perle braucht ein sicheres Gehäuse.
Touristische Entwicklung bedeutet nicht nur neue Hotels und Ferienanlagen, sondern auch mehr Verkehr, mehr Müll, mehr Personalbedarf – und damit mehr Verantwortung. Die Stadt steht vor der entscheidenden Frage: Wie viel Tourismus verträgt das System – und wie viele Menschen profitieren wirklich davon? Entscheidend ist nicht, ob Malchow noch wachsen kann, sondern wie.
Polizeipräsenz in Malchow – reicht eine kleine Station aus?
23.09.2025
Malchow (az) In Waren entsteht für 13 Millionen Euro ein neues Polizeirevier, während es in Malchow bei einer kleinen Station mit einem einzigen Kontaktbeamten bleibt. Er gilt als engagiert und bürgernah, kennt „seine Pappenheimer“ und ist ein wichtiger Ansprechpartner vor Ort.
Die Polizei lobt seine Arbeit ausdrücklich:
_In Malchow haben wir seit vielen Jahren einen ganz aktiven, engagierten Polizeibeamten, der mit den Bürgern ins Gespräch kommt, Straftaten und Ordnungswidrigkeiten verfolgt, Anzeigen aufnimmt, seine Pappenheimer gut kennt und eine wertvolle Unterstützung für die Kollegen des Reviers Röbel ist._
sagt Polizeisprecherin Caroline Kohl.
Doch das Gefühl von Sicherheit hängt nicht nur an einem offenen Büro, sondern auch daran, wie schnell Hilfe im Ernstfall kommt.
Wer in Malchow die 110 wählt, hört häufig:
"Der Streifenwagen fährt sofort aus Röbel los.“
Bis er dann in Malchow eintrifft, vergehen mindestens 15 Minuten, oft aber 20 bis 30 Minuten – wertvolle Zeit, wenn man sich in einer bedrohlichen Lage befindet.
Tatsächlich wurden seit Jahresbeginn 2025 im Amtsbereich Malchow rund 500 Sachverhalte gezählt.
Nur etwa ein Fünftel konnte der örtliche Beamte selbst bearbeiten, den Rest mussten Kräfte aus Röbel übernehmen.
*Die Diskussion um die Polizeipräsenz ist kein rein lokales Problem.*
Landesweit gibt es rund 77 Polizeistationen, doch die meisten sind nicht dauerhaft besetzt. Das Ziel von 6.200 Polizeibeschäftigten, das schon 2016 im „Pakt für Sicherheit“ versprochen wurde, ist bis heute nicht erreicht. Derzeit liegt die Zahl bei etwa 5.900. Innenminister Christian Pegel betont zwar, dass „keine Station schon auf der Streichliste“ stehe, gleichzeitig werde aber jede Station überprüft.
Die Gewerkschaft der Polizei warnt davor, Standorte zu schwächen:
_Wir können es uns nicht leisten, Stationen aufzulösen, sondern müssen die Präsenz in der Fläche erhalten und erhöhen. An Sicherheit darf kein Preisschild kleben._
so Landesvorsitzender Christian Schumacher.
Auch im Landtag wird das Thema kontrovers diskutiert.
Die Malchower Landtagsabgeordnete Elke-Annette Schmidt (Linke) nennt es „eine immense Herausforderung in einem Flächenland wie Mecklenburg-Vorpommern, eine Präsenzdichte zu gewährleisten, die den Erwartungen aller entspricht“.
Sie verweist auf Fortschritte bei der Nachwuchsgewinnung und hält am Ziel von 6.200 Beamten fest.
Die AfD sieht hingegen „eine stetige Verschlechterung der Sicherheitslage“, verweist auf steigende Rohheitsdelikte im Landkreis und fordert zusätzliches Personal sowie die Entlastung der Polizei von Nebentätigkeiten.
CDU und SPD, die in den vergangenen Jahren immer wieder mehr Stellen versprochen hatten, haben auf unsere Anfragen noch nicht reagiert.
*Damit bleibt die Frage für Malchow offen:*
Reicht eine kleine Station mit eingeschränkten Öffnungszeiten und einem einzelnen Beamten, während Streifenwagen im Notfall aus Röbel anfahren? Oder braucht die Stadt mit über 6.000 Einwohnern und vielen zusätzlichen Gästen in der Saison wieder eine 24-Stunden-Besetzung, um das Sicherheitsgefühl zu stärken?
Lehrstellen 2025: Malchow lädt zur MAJO – und kämpft um Köpfe
19.09.2025
Malchow (az). Am 24. September öffnet die Fleesenseeschule von 15 bis 17:30Uhr wieder ihre Türen für interessierte Jugendliche und Eltern. Die Malchower Jobmesse (MAJO) findet seit 2014 statt. Hier haben Schülerinnen und Schüler die Gelegenheit, direkt mit Unternehmen und Institutionen ins Gespräch zu kommen, die Ausbildungsplätze oder auch Studienplätze anbieten. Für Malchower Jugendliche ist die Messe ein fester Termin in der Berufsorientierung – hier werden Kontakte geknüpft, Praktika vereinbart und Ausbildungsplätze besetzt.
Doch die Zahlen zeigen: Der Ausbildungsmarkt bleibt angespannt. In Mecklenburg-Vorpommern waren Ende August noch 2.233 Lehrstellen unbesetzt, während gleichzeitig 1.625 Jugendliche keinen Ausbildungsvertrag hatten. In unserem Landkreis steht das Verhältnis 375 unbesetzte Stellen zu 314 unversorgten Bewerber:innen. Es gibt also mehr Angebote als Bewerber – trotzdem finden beide Seiten nicht immer zueinander. Besonders betroffen sind Einzelhandel, Gastronomie, Logistik und das Handwerk.
Jedoch im Umkehrschluss liegt das potenzielle Problem für Malchow: Auf der Messe sind vor allem große Konzerne, Institutionen und Behörden vertreten – die kleineren Handwerksbetriebe aus der Stadt sucht man vergebens.
_„Das bedauern wir sehr.“_
sagt Michael Meyer als zuständiger Koordinator für die Berufsorientierung an der Fleesenseeschule.
_„Viele haben das Ausbilden aufgegeben, aus Kostengründen, wegen fehlender Bewerber oder weil sie schlechte Erfahrungen gemacht haben. Doch wer heute nicht mehr in die Ausbildung investiert, darf sich später nicht wundern, wenn es keine Nachfolger mehr gibt.“_
*Friseure, Heizungstechniker, Dachdecker und Elektriker wachsen nicht von allein nach - sie müssen ausgebildet werden.*
Die Fleesenseeschule macht ihren Part offensichtlich gut:
Berufsorientierung steht hier seit Jahren fest im Programm. Praxislerntage, Exkursionen und die MAJO bieten jungen Menschen vielfältige Einblicke. Die 10 Klassen werden sich dazu auf der Messe um das leibliche Wohl aller Besucher kümmern und sogar die jüngeren Klassen werden animiert, sich auf der Messe umzuschauen, auch wenn das Thema Berufswahl noch lange hin erscheint.
Was fehlt, ist die Präsenz vieler Betriebe aus dem Ort. Betriebe die Jugendlichen eine Zukunft in Malchow aufzeigen. Es ist zu wünschen, dass sich wieder mehr lokale Unternehmen trauen in die Ausbildung einzusteigen und Plätze anzubieten. Auch wenn die Gefahr besteht, dass der Ausbildungsplatz unbesetzt bleibt, „gehört klappern zum Handwerk“
So bleibt die MAJO 2025 eine wichtige Bühne – für Schülerinnen und Schüler, die ihren Weg suchen, und für Betriebe, die um Nachwuchs werben wollen.
- Hier die Liste der teilnehmenden Aussteller:
Amtsgericht Waren (Müritz)
AWO Müritz gGmbH
Bäckerei Junge
Bundesagentur für Arbeit
Bundesamt für Familie und zivilgesellschaftliche Aufgaben – Bereich Bufdi
Bundespolizeiakademie
Bundeswehr
Darguner Brauerei
Deutsche Bahn AG
DMK
DRK Kreisverband MSE e.V.
e.dis
Edeka Zentrallager
FH für öffentliche Verwaltung Polizei und Rechtspflege Güstrow
Finanzamt Waren (Müritz)
Fleesensee Schlosshotel
Handwerkskammer Ostmecklenburg-Vorpommern
Hauptzollamt Stralsund
Hochschule Neubrandenburg
Kreishandwerkerschaft
Landesforst
Lidl
Liebherr
Linus Wittich Medien KG
Mecklenburger Backstuben
MediClin Plau am See
Meyenburger Möbel GmbH
Müritz-Sparkasse
Nordex SE
optimal media GmbH
Pädagogisches Kolleg Rostock GmbH
Schmiede Roez
Smurfit Kappa Waren GmbH
Stadtwerke Malchow
SWISS KRONO TEX GmbH & Co. KG
team Baucenter Waren
Technologik Metallsysteme GmbH
Tetzner & Jentzsch
Universitätsmedizin Greifswald
Van der Valk Resort Linstow GmbH
Weiße Flotte GmbH
WOGEWA Wohnungsgesellschaft Waren mbH
```
Butter bei die Fische – Wo bleibt der Landlachs?
11.09.2025
Malchow (az)
Malchow hat 2021 den Verkauf seines größten Gewerbegrundstücks beschlossen – für eine Lachsfarm, die in seiner ersten Bauphase bereits mit einer Größe von 10 Fußballfeldern in Industrie-Dimensionen geplant ist: Stromverbrauch wie 9.000 Haushalte, bis zu 50 Tonnen Fisch pro Tag. Damit blockiert das Projekt seit vier Jahren die letzte große freie Fläche im Gewerbegebiet. Doch aus den hochfliegenden Plänen ist bis auf ein verwaistes Büro als Firmenzentrale auf der Malchower Insel bislang nichts geworden.
Die Zahlen sind gewaltig: Rund eine Million Lachse sollen hier pro Jahr heranwachsen.
Geschlachtet würden die Fische nicht in Malchow, sondern an einem anderen Standort – die Stadt bliebe reiner Produktionsort.
*Was 2021 versprochen wurde*
Schon im Frühjahr 2021 präsentierte Initiator Patrick von Hertzberg das Projekt mit einer Roadmap. Darin war vorgesehen, dass zu vor gescheiterte Projekt aus Eberswalde in Malchow im Schnelltempo umzusetzen:
• Ende 2021: Baubeginn
• 2022: Bauphase
• August 2023: Verkaufsstart
Heute, im Jahr 2025, ist von diesen Plänen nichts geblieben. Statt Verkaufsstart gibt es: keine Baustelle, keine Fabrik, keine greifbaren Fortschritte.
*Anfragen – und ausweichende Antworten*
Unsere Redaktion hat mehrfach nachgefragt:
nach Grundstücksstatus, Genehmigungen, Finanzierung und Zeitplan.
Konkrete Auskünfte gab es nicht. Stattdessen erhielten wir vage Formulierungen:
LandLachs (Franziska von Hertzberg):
_„Wir befinden uns in einer intensiven Vorbereitungsphase. Weitere Informationen können wir zum jetzigen Zeitpunkt nicht geben.“_
LHI Leasing (Claudia Mitteröder):
_„Es besteht kein Stillstand, sondern eine Vorbereitungsphase. Bitte haben Sie Verständnis, dass es momentan nicht mehr zu berichten gibt.“_
Beide Aussagen lassen offen, ob das Projekt tatsächlich Fahrt aufnimmt.
*Wer mehr wissen will: Hier die Hintergründe:*
Auf den ersten Blick steht die Familie Hertzberg als Geschäftsführung der LandLachs GmbH & Co. KG hinter dem Vorhaben. Doch Bauherr ist nicht LandLachs, sondern die eigens gegründete MAK Malchower Aquakultur GmbH & Co. KG.
• Kommanditistin dort ist die DLL Deutsche Land Lachs GmbH (Eberswalde).
DLL wies im letzten veröffentlichten Jahresabschluss 2022 ein operatives Defizit von über 1 Mio. Euro aus – Eigenkapital: aufgebraucht. Möglich ist das Weiterbestehen nur durch einen Rangrücktritt des Hauptgläubigers, der Hertzberg & Partner GmbH, die selbst hoch verschuldet ist und kein Eigenkapital mehr hat.
• Gesellschafterin der MAK ist außerdem die SOMIGA Verwaltung GmbH aus Pullach.
Die SOMIGA gehört zur LHI Leasing GmbH, einem großen Finanzdienstleister mit hunderten Beteiligungen in Deutschland.
Die LHI-Gruppe ist wirtschaftlich solide aufgestellt, gibt sich beim Malchower Projekt aber äußerst zurückhaltend.
Für Malchow ist das Projekt längst bindend:
• Das größte Gewerbegrundstück ist seit 2021 blockiert.
• Die Stadt investiert in Strom- und Wasser-Infrastruktur, um überhaupt die Voraussetzungen für ein Projekt dieser Größenordnung zu schaffen.
Doch von den beteiligten Firmen gibt es keine Werbetrommel, keine Bürgerversammlungen, keine Kampagne. Statt Transparenz herrscht Schweigen – begleitet von ausweichenden Antworten.
*Proteste und Skepsis*
Parallel gibt es seit Jahren Kritik von Umwelt- und Tierschutzorganisationen. PETA sprach von „massiver Tierquälerei“, da Lachse als Wanderfische in engen Kreislaufbecken gezüchtet würden. Die Meeresbiologin Dr. Tanja Breining erklärte:
„In einer solchen Anlage gefangen gehaltene Lachse leiden unter großem psychischem Stress. Das ist Tierleid, das wir unbedingt
verhindern möchten.“
Auch die Initiative Tierfabriken-Widerstand kritisiert die geplanten Dimensionen und spricht von einer „Industrialisierung der Fischhaltung“.
Malchow hat geliefert: Fläche, Infrastruktur, politische Beschlüsse. Von den Investoren dagegen kommen nur Phrasen über „Meilensteine“ und „Vorbereitungsphasen“.
Die selbst gesetzten Termine – Verkaufsstart 2023 – sind längst verstrichen.
Bis LandLachs, MAK oder LHI nicht offenlegen, ob, wann und wie die Anlage tatsächlich kommt, bleibt das Projekt ein Versprechen ohne Substanz.
Der ewige Lückenschluss – Warum der Radweg Penkow–Sietow einfach nicht gebaut wird
10.09.2025
Malchow / Sietow / Penkow. (az)
Wer heute mit dem Fahrrad von Malchow Richtung Röbel fährt, kommt bis Penkow bequem auf einem Radweg voran. Dann ist Schluss. Die nächsten sechs Kilometer entlang der vielbefahrenen B 192 sind für Radfahrende brandgefährlich: eng, unübersichtlich, ohne Schutzstreifen oder Ausweichmöglichkeit. Seit über zehn Jahren wird über den Lückenschluss gesprochen – passiert ist wenig.
*Mahnungen aus Politik und Wirtschaft seit Jahren*
Schon 2015 kritisierte der damalige Bundestagsabgeordnete Eckhardt Rehberg (CDU) bei einem Besuch in Roez, dass der Bund Geld bereitstelle, in Mecklenburg-Vorpommern aber „zu wenig gebaut“ werde.
Auch eine Kleine Anfrage der Grünen im Landtag brachte 2016 nur vage Antworten: Die Landesregierung sprach von „laufenden Planungen“, ohne Zeitplan, Grundstücksverhandlungen oder klare Zusagen.
Seit 2020 stellt der Bund über das Programm „Stadt und Land“ Millionen für Radwege in M-V bereit. Bis Ende 2023 standen rund 39,8 Mio. Euro zur Verfügung – abgerufen wurden davon aber nur etwa 42 %. 2022 flossen von 20,9 Mio. Euro sogar nur 4,17 Mio. Euro in Projekte.
*Aktueller Stand laut Ministerium*
Auf unsere Anfrage teilte das Landesamt für Straßenbau und Verkehr nun mit: Der Entwurf für den Radweg Penkow–Sietow liegt vor und wird derzeit geprüft. Danach soll die Landschaftsbegleitplanung abgeschlossen werden, bis Frühjahr 2026. Erst dann können Grunderwerbsverhandlungen beginnen. Im besten Fall könnte der Bau 2027 starten – wenn kein Planfeststellungsverfahren nötig ist. Dann würde sich alles um weitere zwei Jahre verzögern Zugleich stellt das Amt klar: Der Radweg sei inzwischen priorisiert und werde unabhängig vom möglichen Ausbau der B 192 umgesetzt.
*Elke-Annette Schmidt: „Wichtig, aber kein schneller Weg“*
Die Malchower Linken-Abgeordnete und stellvertretende Präsidentin des Landtags Elke-Annette Schmidt bestätigt den Unmut in der Region:
„Ein sicheres, durchgängiges Radwegenetz ist enorm wichtig – für Einheimische wie für Gäste. Dass sich die Planungen so lange hinziehen, sorgt verständlicherweise für Frust. Aber Planungsbüros, Landschaftsprüfungen und Grunderwerb brauchen Zeit.“
Schmidt verweist auf das Wirtschaftsministerium, das das Vorhaben begleite, und betont, dass ihre Fraktion die Umsetzung „aufmerksam“ verfolge. Beschleunigen könne aber auch sie den Verwaltungsweg nicht.
_Wir haben auch die Warener SPD-Abgeordnete Nadine Julitz, stellvertretende Fraktionsvorsitzende und als direkt gewählte Abgeordnete für Malchow zuständig, um Stellungnahme gebeten – eine Antwort blieb in den 2 Wochen aus._
*Stillstand oder Bewegung?*
Für viele Radfahrer bleibt unverständlich, warum trotz klarer Gefahrenlage seit Jahren kein Bau erfolgt. Besonders kritisch wird gesehen, dass erst jetzt verhandelt und geprüft wird, was schon lange hätte geklärt sein müssen, hört man aus den lokalen Tourismuskreisen.
Der Lückenschluss Penkow–Sietow wird wohl ein Musterbeispiel für Langsamkeit: erkannt, geplant, verschoben.
Der frühestmögliche Starttermin liegt noch immer Jahre in der Zukunft. Bis dahin bleibt Radfahren auf der B 192 ein gefährliches Abenteuer – für Einheimische wie für Gäste.
Altkleiderkrise: Container verschwinden – auch in Malchow. Zwei Apps helfen!
08.09.2025
📍 Malchow (cf). Wer in den vergangenen Monaten alte Kleidung spenden wollte, hat es bemerkt: In der Inselstadt stehen deutlich weniger Altkleidercontainer – schätzungsweise rund die Hälfte ist verschwunden. Kein lokales Problem, weil es bundesweit sichtbar wird: Deutschland steckt in einer Altkleiderkrise.
⸻
📉 Preise am Boden – Tonnenweise Schrott im Container
Noch vor wenigen Jahren brachte eine Tonne Altkleider 250–600 € ein. Heute zahlen Verwerter teils nur noch 10–30 € – ein Preissturz von bis zu 90 %.
Selbst große Hilfsorganisationen wie DRK oder Malteser schlagen Alarm. Viele Container wurden bereits abgebaut, in manchen Regionen gibt es gar keine Sammlung mehr.
Ein Hauptgrund: In den Containern landet immer mehr Schrott – verdreckte, zerrissene Kleidung, Teppiche, Matratzen oder Gartenpolster. Dinge also, die dort nichts zu suchen haben, aber die Entsorgungskosten in die Höhe treiben.
⸻
♻️ *Was darf rein – und was nicht?*
Die Faustregel lautet: Kann es noch jemand tragen?
✅ Saubere, tragbare Kleidung, Schuhe, Textilien → Container oder Kleiderkammer
❌ Stark verschmutzte oder zerrissene Kleidung → Restmüll
❌ Großteile wie Teppiche, Matratzen oder Möbelstoffe → Sperrmüll / Wertstoffhof
⸻
🏭 Wertstoffhof Malchow
📍 Gewerbegebiet Lindenallee 37, 17213 Malchow
🕑 Öffnungszeiten:
• Mo 13:00–17:00 Uhr
• Mi 14:00–17:00 Uhr
• Fr 13:00–18:00 Uhr
• Sa 09:00–13:00 Uhr
⸻
📲 Digitale Hilfe per App
Für Bürgerinnen und Bürger gibt es zwei praktische Helfer:
• MAEX-App 👉 https://download.mae-x.de/
– Digitale Buchung von Ablieferungen am Wertstoffhof & Infos zu Abfallarten
• MSE Abfall-App
👉 Apple: https://apps.apple.com/de/app/mse-abfall/id1612650528
👉 Android: https://play.google.com/store/apps/details?id=com.gemosgmbh.msewasteapp
– Infos zu Abfuhrterminen, Erinnerungen & Sammelstellen im Landkreis MSE
⸻
⚠️ Folgen für Malchow und Region
Mit jedem verschwundenen Container sinkt die Spendenbereitschaft, immer mehr Textilien landen in der Müllverbrennung. Dabei geht es nicht nur um Abfall, sondern auch um Solidarität: Mit den Erlösen finanzieren Hilfsorganisationen soziale Projekte – von Jugendarbeit bis Katastrophenschutz.
⸻
🙌 Appell an uns Alle
Die Sammelstrukturen stehen auf der Kippe. Helfen kann jeder:
• Nur brauchbare Kleidung spenden
• Unbrauchbares konsequent über Restmüll oder den Wertstoffhof Malchow entsorgen
• Secondhand-Läden, Flohmärkte oder Online-Plattformen wie Kleinanzeigen oder Vinted nutzen – dort kann gut erhaltene Kleidung auch für einen schmalen Taler weitergegeben werden
👉 Denn nur so bleibt Kleidung, die noch tragbar ist, dort, wo sie gebraucht wird – bei den Menschen.
Alte Weberei: Baurecht ja – Vertrag nein
Zwei Jahre nach Investorenwahl ist der Verkauf weiter offen
02.09.2025
Malchow (fh). Die Alte Weberei am stadtseitigem Ufer des Malchower Sees gilt als Filetgrundstück der Stadt. Seit Jahrzehnten verfällt der imposante Klinkerbau – und seit ebenso vielen Jahren wird über seine Zukunft diskutiert. 2023 schien eine Lösung greifbar, als ein Investor ausgewählt wurde. Zwei Jahre später ist der Verkauf noch immer nicht unter Dach und Fach.
__________________
Hintergrund:
*Von der Industrieanlage zum Sorgenkind*
1907/08 gegründet, war die Weberei mit bis zu 200 Beschäftigten die größte Tuchfabrik der Region. Nach Enteignung und DDR-Nutzung steht das Gebäude seit 1990 leer.
2011 verkaufte die Stadt das Areal an einen auswärtigen Investor – doch der zahlte nicht und blockierte über elf Jahre jede Entwicklung. Erst 2022 gelang nach langem Rechtsstreit die Rückabwicklung.
Pikant: Die städtische Wohnungsbaugesellschaft Wobau musste dem Investor rund 370.000 Euro zahlen, um das Grundstück überhaupt zurückzubekommen.
Mit anderen Worten: Malchow musste Geld aufwenden, damit ein Investor, der selbst nichts bewegt hatte, das Feld räumt – und die Stadt ihr eigenes Grundstück wieder verkaufen darf.
*2023: Investor gewählt, Preis verhandelt*
Nach dem Rückfall an die städtische Wohnungsbaugesellschaft mbH Malchow (Wobau) stellte 2023 eine Reihe von Interessenten ihre Konzepte vor. Die Stadtvertretung als Wobau-Gesellschafterin beauftragte die Gesellschaft mit der Auswahl eines Käufers. Auf dieser Basis wurde der Zuschlag erteilt und ein Kaufpreis verhandelt.
Im Frühjahr 2024 wurde der Bebauungsplan angepasst, um eine Mischnutzung aus Apartment-Hotel, Wohnen, Gastronomie und Bootsanleger zu ermöglichen. Seitdem wartet Malchow auf die Unterschrift.
*2025: Baurecht vorhanden – Konzept geändert*
Im Mai 2025 erklärte der Bürgermeister in der Stadtvertretung, für das Areal bestehe grundsätzlich Baurecht. Gleichzeitig räumte er ein: Das aktuell von den Investoren verfolgte Konzept passe nicht zu den bestehenden Festsetzungen. Nach Recherchen unserer Redaktion streben die Käufer inzwischen ein inhaltlich verändertes Vorhaben an.
Damit steht auch der Preis wieder zur Debatte:
Der Investor will weniger zahlen, solange unklar ist, ob sein neues Konzept genehmigungsfähig ist.
*Komplexe Eigentümerstrukturen*
Offiziell tritt die HK Immobilienmanufaktur GmbH (Erfurt) als Käufer auf, Geschäftsführer sind Tobias Kahlo und Hans-Georg Herb. 2023 wurde zusätzlich die Lakeside Living – Alte Weberei Malchow GmbH gegründet – allerdings nicht mit Sitz in Malchow, sondern in Dielheim (Baden-Württemberg).
Unsere Recherchen zeigen: Kahlo ist zugleich Gesellschafter der ibh-bauwerke GmbH & Co. KG, die 50 % der Lakeside Living hält. Die anderen 50 % gehören der Treuenburg Real Estate AG, die dem Umfeld von Mitgeschäftsführer der Lakeside, Thomas Fritsch zuzurechnen ist. Hinzu kommt, dass in mehreren Gesellschaften aus dem Umfeld Kahlos trotz gesetzlicher Pflicht keine aktuellen Jahresabschlüsse veröffentlicht wurden.
Es ist damit schwer erkennbar, wie solide die Finanzbasis ist.
*Offene Fragen – unbeantwortet*
Unsere Redaktion hat dem Investor konkrete Fragen gestellt, die für die Öffentlichkeit nachvollziehbar sind:
• Welches Nutzungskonzept wird tatsächlich verfolgt – das von 2023 oder das inzwischen veränderte?
• Wer tritt am Ende als Käufer und Eigentümer auf?
• Wie hoch ist das Investitionsvolumen – und ist die Finanzierung gesichert?
• Wann könnte ein realistischer Baubeginn erfolgen?
• Warum hat die Projektgesellschaft ihren Sitz nicht in Malchow – entgehen der Stadt dadurch Gewerbesteuern?
Antworten darauf haben wir nicht erhalten. Der Investor verweist auf eine Stellungnahme
„erst nach Vertragsunterzeichnung“.
*Finanzielle Bedeutung für die Wobau*
Für die städtische Wobau sollte der Verkauf nach den Angaben der eigenen Jahresabschlüsse von zentraler Bedeutung sein. Aus der Rückabwicklung des alten Vertrags mussten im Januar 2024 rund 327.600 Euro an den früheren Eigentümer gezahlt werden – Geld, das der Gesellschaft heute an anderer Stelle fehlt. Der nun geplante Verkaufserlös ist unter anderem für das Projekt „Betreutes Wohnen 3“ am Kreisverkehr Kirchenstraße eingeplant. Grundstück und Gebäude sind bereits erworben, doch der Umbau stockt, weil die Finanzierung ohne den Verkaufserlös enger ist.
Umso erstaunlicher ist es, dass der Vertragsabschluss weiter auf sich warten lässt.
Bürgermeister und Wobau-Geschäftsführerin reisten jüngst eigens nach Erfurt, um dort mit den Investoren über das nun veränderte Konzept zu sprechen.
Ursprünglich hatte der Investor 2023 ein klar umrissenes Projekt vorgestellt und einen Preis zugesagt – heute will er eine geänderte Nutzung durchsetzen und zugleich weniger zahlen.
Aus dem politischen Umfeld der Stadtvertretung sind inzwischen kritische Stimmen zu hören. Dort fragt man sich, ob es richtig sei, dass „ der Stock zum Hund kommt“ – also eigens hinter einem Investor herläuft, der seine Zusagen verändert und hier wohl auf Zeit spielt um den Preis zu drücken. Mehrere Stadtvertreter regen an, dass die Stadt als Verkäufer aktiver auftreten und parallel auch weitere Investoren an den Tisch holen sollte, anstatt sich in eine schwache Verhandlungsposition drängen zu lassen.
Droht Malchow der Verlust seines Penny-Markts?
28.08.2025
Malchow (az). Für viele Malchower ist er längst Alltag: der Einkauf im Penny an der Rostocker Straße. Doch genau dieser Markt steht auf der Kippe – und seine Zukunft ist ungewiss.
Der erste Penny der DDR
Der Penny in Malchow ist nicht irgendeine Filiale. Am 20. August 1990 – noch vor der Wiedervereinigung – eröffnete hier der erste Penny-Markt in der damaligen DDR. Schauplatz war damals eine umgebaute Turnhalle der Agraringenieurschule. Später zog die Filiale ins Fachmarktzentrum an der Rostocker Straße. Über 30 Jahre lang war Penny dort fest verankert.
Standort nur noch befristet
Doch nun läuft die Zeit ab: Laut Penny kann der aktuelle Standort maximal noch fünf Jahre genutzt werden. Das klingt zunächst nach viel, ist aber knapp – denn für Bauplanung, Genehmigungen und Investorenentscheidungen reicht diese Frist kaum.
Konkurrenz übernimmt – Norma zieht vorbei
Das Gebäude, in dem Penny heute sitzt, hat inzwischen ein Wettbewerber übernommen. Nach Informationen des Mecklenburger Schaukastens wird dieser dort selbst einen Lebensmittelmarkt errichten. Penny bewarb sich weiterhin nach eigenen Angaben um einen neuen Standort am Stämmenberg – doch den Zuschlag für den neuen Supermarkt auf der Malchower Klosterseite bekam Konkurrent Norma.
„Ein Verbleib am aktuellen Standort ist mittelfristig nicht mehr möglich“, bestätigt Anja Schwerdtfeger, Assistenz der Geschäftsleitung der Penny-Markt GmbH, Region Ost.
Investoren bereit – Stadt am Zug
Ganz verloren ist die Hoffnung jedoch nicht: Private Projektentwickler haben der Stadt angeboten, gemeinsam mit Penny nach einer neuen Fläche zu suchen. Sie wären bereit, dort einen neuen Markt zu bauen und an Penny zu vermieten. Penny selbst signalisiert ebenfalls großes Interesse.
Entscheidend ist nun die Stadtpolitik. Ohne schnelle Klärung von Flächenfragen, Bauvorgaben und einem Bebauungsplan könnte Malchow in wenigen Jahren ohne Penny dastehen.
Fünf Jahre sind schnell vorbei
„Es ist frustrierend, wenn schon am Anfang eines Planungsgesprächs sofort mehrere Aber kommen“, heißt es aus dem Kreis beteiligter Investoren. „Selbst wenn es bald eine Lösung gibt, ist 2030 kaum noch erreichbar.“
Auch in der Stadtvertretung gibt es Stimmen, die den Markt unbedingt halten wollen. Doch klar ist: Nur wenn Politik, Verwaltung, Investoren und Penny an einem Strang ziehen, wird es gelingen, den Standort zu retten.
Neubau der Feuerwehrschule in Malchow: Aktueller Stand
26.08.2025
Malchow. (cf) Die geplante Erweiterung der Landesschule für Brand- und Katastrophenschutz (LSBK) in Malchow nimmt konkrete Vorbereitungsformen an. Das bestätigten sowohl das Finanzministerium als auch das Innenministerium Mecklenburg-Vorpommern auf eine Presseanfrage des Mecklenburger Schaukasten.
Das neue Schulgelände entsteht im Malchower Gewerbegebiet. Die Einrichtung soll langfristig ein Kompetenzzentrum für Feuerwehr- und Katastrophenschutz werden – mit modernen Unterrichts-, Übungs- und Unterkunftsmöglichkeiten.
Bebauungsplan und Vorbereitungen
Laut Dr. Anna Lewerenz, Pressesprecherin des Finanzministeriums, befindet sich der Bebauungsplan derzeit in Aufstellung. Mit einer Rechtskraft sei „voraussichtlich Mitte 2026“ zu rechnen. Bereits zuvor sollen vorbereitende Maßnahmen beginnen.
„Als vorbereitende Maßnahmen sind Rodungsarbeiten, die Schadstoffsanierung und Einfriedungsarbeiten vorzunehmen, die sich derzeit in der Ausschreibungsphase befinden.“
Mit den Rodungsarbeiten ist nach derzeitiger Planung im Oktober 2025 zu rechnen. Die Schadstoffberäumung und Einzäunung des Geländes sollen ab Frühjahr 2026 folgen.
Finanzierung und Kostenrahmen
Für die Herrichtung des Grundstücks – also die vorbereitenden Arbeiten – sieht das Finanzministerium derzeit einen Ansatz von 3,1 Millionen Euro vor. Die Gesamtkosten für das gesamte Projekt lassen sich noch nicht abschließend beziffern, da eine vollständige Gesamtplanung noch aussteht.
Zur langfristigen Finanzierung ist geplant, auch Mittel aus dem Infrastruktur-Sondervermögen des Bundes in Anspruch zu nehmen.
Bedeutung für den Bevölkerungsschutz
Das Innenministerium unterstreicht in seiner Antwort auf unsere Anfrage die zentrale Rolle der Landesschule im Brand- und Katastrophenschutz des Landes.
„Die Landesschule für Brand- und Katastrophenschutz nimmt eine zentrale Position in der Aus- und Fortbildung im Brand- und Katastrophenschutz ein. […] Der Ausbau der Schule zu einem Kompetenzzentrum ist daher alternativlos und von enormer Bedeutung für die Resilienz und Weiterentwicklung des Bevölkerungsschutzes.“
– Dörte Lembke, Pressestelle Innenministerium MV
Die jetzige Liegenschaft sei hinsichtlich Raumangebot, baulichem Zustand und Erweiterbarkeit nicht mehr ausreichend, um die Ausbildungsbedarfe dauerhaft zu decken.
Grundstücksüberlassung durch die Stadt
Das benötigte Grundstück befand sich im Eigentum der Stadt Malchow und wurde dem Land für 1 Euro übertragen. Laut Stadtverwaltung stand dieser symbolische Verkaufspreis im Zusammenhang mit einem geschätzten Aufwand von rund 1,4 Millionen Euro für die Beräumung des Geländes.
Aus Sicht der Stadt stellt die Ansiedlung der LSBK jedoch einen wichtigen Impuls für den Standort dar – sowohl hinsichtlich der landesweiten Bedeutung als auch im Hinblick auf wirtschaftliche Perspektiven durch Schulungsbetrieb und Belegung.
Fazit
Die Umsetzung des geplanten Kompetenzzentrums für Brand- und Katastrophenschutz in Malchow befindet sich aktuell in der Planungs- und Ausschreibungsphase. Der Start vorbereitender Maßnahmen ist für Herbst 2025 vorgesehen. Mit der Fertigstellung ist – Stand heute – frühestens nach 2026 zu rechnen. Die zuständigen Landesministerien sehen in der Maßnahme ein strategisch bedeutendes Projekt für den Bevölkerungsschutz in Mecklenburg-Vorpommern.
Innovatives Dienstleistungsunternehmen schließt: PLESS & PAULY stellt Betrieb ein
20.08.2025
Malchow/Neubrandenburg. Die Region verliert ein aufstrebendes Unternehmen: Die PLESS & PAULY Gebäudeservice GmbH mit Sitz in der Lindenallee in Malchow hat zum 1. August 2025 den Geschäftsbetrieb vollständig eingestellt. Das Amtsgericht Neubrandenburg eröffnete erneut ein Insolvenzverfahren über das Unternehmen – nur wenige Monate nach der zunächst erfolgreichen Sanierung in Eigenverwaltung.
Gegründet im Jahr 2019 von den beiden Geschäftsführern und Gesellschaftern, entwickelte sich PLESS & PAULY in kurzer Zeit zu einem gefragten Dienstleister in der Region. Das Unternehmen spezialisierte sich auf die Reinigung von Gewerbeobjekten, Privathaushalten und Glasflächen. Mit starkem Onlinemarketing und dem Ausbau zusätzlicher Standorte, unter anderem in Waren, galt die Firma als innovativer Impulsgeber in der regionalen Reinigungsbranche.
Im Juli 2024 hatte PLESS & PAULY erstmals ein Insolvenzverfahren in Eigenverwaltung eingeleitet. Damals schien die Rettung möglich: Am 28. Mai 2025 wurde das Verfahren durch das Amtsgericht Neubrandenburg aufgehoben – das Unternehmen verkündete stolz, wieder eigenständig wirtschaften zu können. Umso überraschender kam die erneute Insolvenz nur zwei Monate später.
Bereits am 15. Juli 2025 trat Geschäftsführer Marco Pauly von seinem Amt zurück. Der immer noch verzeichnete Gesellschafter, der immerhin 50 Prozent der Anteile hält, ist nach Angaben von ehemaligen Mitarbeitern und Geschäftspartnern nicht mehr erreichbar. Die Zukunft der zahlreichen Kundenbeziehungen ist ungewiss – auch hier herrscht nun Verunsicherung.
Mit dem endgültigen Aus von PLESS & PAULY verliert die Region nicht nur einen größeren Arbeitgeber, sondern auch ein junges und engagiertes Unternehmen, das frischen Wind in die lokale Dienstleistungslandschaft gebracht hatte. Für Malchow und die Umgebung ist dies ein herber Rückschlag.

Malchow. Seit Jahren wartet die Stadt auf Bewegung: Das Gelände der ehemaligen Ziegelei – direkt am Ortseingang zwischen Fleesensee und Innenstadt – steht seit Langem leer. 2019 wurde es verkauft, die Stadt hoffte auf eine nachhaltige Entwicklung. Inzwischen ist klar, welche Dimensionen das Projekt annehmen soll.
Geplant ist ein neues Ferien- und Erlebnisdorf unter dem Namen „Zwei Seen – Inselquartier Malchow“. Die Zahlen zeigen, wie ambitioniert das Vorhaben ist:
• 22 Ferienhäuser in moderner, naturnaher Bauweise
• Insgesamt 136 Ferienwohnungen, verteilt auf drei Haustypen
• Integration der denkmalgeschützten Ziegelei, insbesondere des historischen Ringofens
• Nutzungsideen: Gastronomie, Ausstellungen oder Wellnessbereich
Laut Website des Projektträgers soll die Bebauung lockere Strukturen schaffen, die sich gut in das Areal zwischen See, Wiese und Wald einfügen. Die historische Ziegelei bleibt ein zentrales Element und soll behutsam weiterentwickelt werden.
Recherchiert: Zahlen aus dem Umfeld des Projekts
Unsere Redaktion hat sich die wirtschaftliche Grundlage der Unternehmensgruppe angeschaut. Im Mittelpunkt steht dabei die Muhsal Immobilienbestands GmbH, die dem Projektumfeld zuzuordnen ist.
Laut den beiden zuletzt veröffentlichten Jahresabschlüssen ergibt sich folgendes Bild:
• Jahresfehlbetrag 2022: rund 466.000 Euro
• Jahresfehlbetrag 2023: rund 316.000 Euro
• Nicht durch Eigenkapital gedeckter Fehlbetrag: fast 970.000 Euro
• Eigenkapital: 0 Euro
Diese Zahlen sind für Projektentwicklungen nicht unüblich, da Kapital oft langfristig in Grundstücken oder Planungsvorläufen gebunden ist. Dennoch stellt sich für Malchow die Frage, wann und wie konkret die nächsten Schritte erfolgen.
Stralsund zeigt: Es geht
Positiv hervorzuheben ist: In Stralsund realisiert die Unternehmensgruppe derzeit ein Wohnprojekt mit öffentlicher Förderung. Dort entstehen barrierefreie Sozialwohnungen in Zusammenarbeit mit der Stadt, für das ein zinsfreies Landesdarlehen in Millionenhöhe bewilligt wurde.
Auch in Rostock und Waren (Müritz) ist die Gruppe mit Bauvorhaben aktiv. Das zeigt: Es handelt sich um einen Investor mit Erfahrung – nun bleibt abzuwarten, ob auch in Malchow Bewegung auf das Gelände kommt.
Wir haben nachgefragt
Unsere Redaktion hat dem Projektträger eine Presseanfrage zum aktuellen Stand gestellt – zum Zeitplan, zum Genehmigungsverfahren und zur Zukunft der denkmalgeschützten Teile. Eine Antwort steht aktuell noch aus.
Ein Gelände mit Potenzial – und offener Zukunft
Die Alte Ziegelei ist eines der letzten großflächigen Entwicklungsareale in zentraler Lage. Ihre Nähe zur Innenstadt, zum Wasser und zum Naturraum machen sie zu einem echten Zukunftsort – wenn das Projekt kommt.
Wir bleiben dran – für euch.
Bildquelle: Redaktion
Animation: Musahl Immobilien

